LORRAINE DASTON

Wissenschaftsgeschichte

Lorraine J. Daston (* 9. Juni 1951 in East Lansing, Michigan) ist eine US-amerikanische Wissenschaftshistorikerin, die sich vor allem mit der europäischen Geistes- und Wissenschaftsgeschichte seit der frühen Neuzeit beschäftigt. Ihre Forschungsschwerpunkte reichen dabei von der Geschichte der Wahrscheinlichkeitsrechnung und der Statistik über sprachliche Gemeinsamkeiten von Wissenschaft und Kunst bis hin zu Idealen und Praktiken der Rationalität. Sie analysiert, wie sich der zentrale wissenschaftliche Begriff der Rationalität im Laufe der Geschichte entwickelt und verändert hat und was das für die heutige Forschung und Gesellschaft bedeutet. Ihre Arbeit fokussiert sich im Allgemeinen auf epistemologische und ontologische Kategorien (u. a. „wissenschaftliches Objekt“, „Objektivität“, „Demonstration“ und „Beobachtung“), die wissenschaftliche Untersuchungen und ihre Standards formen. 

Nach ihrem Studium der Wissenschaftsgeschichte an der Harvard University und dem Studium in Wissenschaftsphilosophie an der University of Cambridge, England, promovierte Lorraine Daston 1979 in Wissenschaftsgeschichte an der Harvard University. Im Anschluss war sie als Assistenzprofessorin an der Harvard University und Princeton University tätig. Ab 1990 wirkte sie als Professorin und Direktorin am Institut für Wissenschaftsgeschichte der Universität Göttingen, bis sie von 1992 bis 1997 an die University of Chicago wechselte. Seit 1995 ist sie am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte tätig. Weiterhin ist sie Gastprofessorin im Committee on Social Thought an der University of Chicago und Honorarprofessorin für Wissenschaftsgeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin. Sie war außerdem Gastprofessorin in Paris, Wien und Oxford und hielt die Isaiah Berlin Lectures an der Universität Oxford (1999), die West Lectures an der Stanford University (2005) und die Tanner Lectures an der Harvard University (2002). Sie ist Fellow der American Academy of Arts and Sciences (seit 1993) und Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und seit 2002 der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina. 2009 wurde sie in den Orden Pour le Mérite aufgenommen

Daston hat zahlreiche internationale Auszeichnungen erhalten, darunter den Pfizer Price (1989,1999), den Bainton Prize (1999), den Gerda Henkel Preis (2020) sowie den Balzan Preis für Wissenschaftsgeschichte (2024).